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Großstädte in Deutschland - Bremerhaven

Die Seestadt Bremerhaven ist eine kreisfreie Stadt im Nordwesten Deutschlands. Sie bildet mit der ca. 53 km südlich liegenden nächst größeren Stadt Bremen das Bundesland (Stadtstaat) Freie Hansestadt Bremen. Weitere Gemeinden gibt es in diesem Bundesland nicht. Als weitere größere Stadt liegt Hamburg ca. 93 km östlich von Bremerhaven.

Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1939 die Grenze von 100.000 Einwohner und machte sie zur Großstadt. Damals wurde die Mittelstadt Bremerhaven mit der preußischen Stadt Wesermünde zur Großstadt Wesermünde vereinigt. 1947 wurde sie in Bremerhaven umbenannt.

Nachbargemeinden

Das Stadtgebiet Bremerhavens ist im Norden, Osten und Süden vollständig von niedersächsischem Staatsgebiet umgeben. Im Westen der Stadt befindet sich das Mündungsgebiet der Weser in die Nordsee. Die Nachbargemeinden, die alle zum Landkreis Cuxhaven gehören, sind im Norden die Stadt Langen, im Osten die Gemeinde Schiffdorf und im Süden die Gemeinde Loxstedt.

Geographie

Bremerhaven liegt an der Mündung der Geeste (Fluss) in die Weser, unweit deren Mündung in die Nordsee. Das Stadtgebiet hat eine Gesamtlänge von 15 km und eine Breite von 8 km. Zum Stadtgebiet Bremerhavens gehören alle Grundstücke, Fluss- und Hafenanlagen mit Ausnahme des Überseehafens. Dieser gehört zur Stadt Bremen. Die Stadt Bremerhaven ist jedoch auf Grund eines Vertrages mit der Stadt Bremen gemeindeverwaltungsmäßig auch für das Überseehafengebiet zuständig. Dies wurde auch in der Verfassung für die Stadt Bremerhaven (VerfBrhv) verankert.

Wappen

Beschreibung: In Silber, über gewelltem blauen Schildfuß mit silbernem Fisch, ein Hanseschiff mit blauem Dach auf dem Achterkastell. Auf den Segeln drei Wappen: 1 in Rot ein silberner Schlüssel, darüber in Silber ein rotes Tatzenkreuz, 2 in Blau ein goldener Anker, 3 in Rot zwei gekreuzte silberne Sensenblätter. Bedeutung: Die Stadt Bremerhaven legte sich dieses Wappen nach der Eingliederung der Stadt Wesermünde in das Bundesland Bremen und deren Umbenennung in Bremerhaven 1947 zu. Offiziell angenommen wurde es am 28. Mai 1947. Schiff und Fisch weisen auf die Bedeutung als Hafen- und Fischereistandort der Stadt Bremerhaven hin. Die Wappen auf den Segeln symbolisieren die drei ehemaligen Städte Bremerhaven (Bremer Schlüssel und Tatzenkreuz), Geestemünde (Anker) und Lehe (Sensenblätter).

Geschichte

  • 1827 wird die Siedlung Bremerhaven wegen der zunehmenden Versandung der Weser als Bremer Aussenposten auf einem von Hannover angekauften Grund angelegt
  • 1837 wird für Bremerhaven eine vorläufige Gemeindeordnung eingeführt
  • 1845 Im Süden Bremerhavens gründet der Staat Hannover unweit der alten Siedlung Geestendorf die neue Siedlung Geestemünde und legt einen Hafen als Konkurrenz zu Bremerhaven an.
  • 1847 Bremerhaven wird Ausgangspunkt der ersten Dampferlinie von Europa nach Amerika
  • 1851 Bremerhaven erhält Stadtrechte. Bereits ein Jahr vorher wurde Geestemünde zu einer Landgemeinde erhoben.
  • 1861 bis 1905: In mehreren Abschnitten wird das Gebiet Bremerhavens erweitert
  • 1880 Bremerhaven erhält einen hauptamtlichen Stadtdirektor und wird damit faktisch von Bremen unabhängig. Gleichzeitig erhält die nördlich von Bremerhaven gelegene Gemeinde Lehe stadtähnliche Rechte
  • 1883 wird die Telefonleitung von Bremen nach Bremerhaven eröffnet, damals die längste Telefonleitung Deutschlands.
  • 1888 Die Gemeinde Geestendorf wird nach Geestemünde eingegliedert ("Hafenort Geestemünde" mit ca. 15.000 Einwohnern).
  • 1912 Die Landgemeinde Geestemünde erhält Stadtrechte (kreisfreie Stadt) und hat ca. 27.000 Einwohner
  • 1920 Lehe wird kreisfreie Stadt, Wulsdorf wird ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Geestemünde
  • 1924 Die kreisfreie Stadt Lehe (ca. 40.000 Einwohner) und die kreisfreie Stadt Geestemünde (mit Wulsdorf, zusammen ca. 30.000 Einwohner)) werden zur neuen kreisfreien Stadt Wesermünde vereinigt. Die neue Stadt hat ca. 70.000 Einwohner und gehört zur preußischen Provinz Hannover. Damit ist Bremerhaven komplett von einer einzigen Stadt umgeben.
  • 1925 fährt die erste Buslinie Bremerhavens nach Schiffdorf
  • 1927 Wesermünde wird durch Eingliederung von Weddewarden, Schiffdorferdamm und Speckenbüttel vergrößert.
  • 1938 Das Hafengebiet Bremerhavens wird ausgegliedert und der Stadt Bremen angeschlossen
  • 1939 Bremerhaven wird mit der preußischen Nachbarstadt Wesermünde zusammen gelegt. Die neue Großstadt trägt den Namen Wesermünde und gehört zur Provinz Hannover.
  • Im Zweiten Weltkrieg wird die Stadt stark zerstört und verliert einen Großteil ihrer Bevölkerung
  • 1947 wird Wesermünde in "Bremerhaven" umbenannt und durch die britische Militärregierung dem Land Bremen eingegliedert, das 1949 ein Bundesland Deutschlands wird. Die Stadt hat nunmehr wieder mehr als 100.000 Einwohner. In den Folgejahren dient Bremerhaven (innerhalb der mit Ausnahme der Häfen von Bremen und Bremerhaven britisch besetzen "Nordwest-Zone") als Nachschubhafen der USA.

Religionen

Die überwiegend protestantische Bevölkerung der jungen Siedlung Bremerhaven war seit der Gründung zunächst in die nördliche Kirchengemeinde Lehe eingepfarrt. Lehe war eine überwiegend reformierte Siedlung, in der schon ab 1520 die Reformation eingeführt worden war. Während der Schwedenherrschaft war jedoch das lutherische Bekenntnis vorherrschend. Ab 1846 wurde in Bremerhaven eine eigene Kirche gebaut, die Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche. An dieser Kirche entstand eine aus Lutheranern und Reformierten Gemeindegliedern bestehende Unierte Gemeinde, die von Anfang an zur Bremischen Evangelischen Kirche gehörte und bis heute die einzige Kirchengemeinde dieser Landeskirche in Bremerhaven ist. Von dieser spaltete sich 1855 eine lutherische Gemeinde ab. Die später in Bremerhaven neu gegründeten Kirchengemeinden sowie die Kirchengemeinden der mit Bremerhaven seit 1939 vereinigten Stadt Wesermünde bzw. dessen Vorgängergemeinden Geestemünde und Lehe gehören - sofern es sich um lutherische Gemeinden handelt - zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers (Kirchenkreise Bremerhaven, Wesermünde-Nord und Wesermünde-Süd innerhalb des Sprengels Stade) bzw. - sofern es sich um reformierte Gemeinden handelt - zur Evangelisch-reformierten Kirche (Synodalverband VIII). Darüber hinaus gibt es in Bremerhaven auch freikirchliche Gemeinden.

Schon bald nach Gründung der Stadt zogen auch Katholiken nach Bremerhaven, die jedoch zahlenmäßig stets in der Minderheit blieben. 1867 wurde die Kirche St. Marien im neugotischen Stil erbaut, die erste katholische Kirche der Stadt. Die zugehörige Gemeinde wurde 1902 eine selbstständige Pfarrei, nachdem sie zuvor als Filialgemeinde zu St. Johann in Bremen (Bistum Osnabrück) gehörte. Später folgten weitere Gemeinden, auch in den Nachbargemeinden Geestemünde und Lehe, wie etwa die Herz-Jesu Kirche in Lehe 1911. Heute gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Bremerhaven zum Dekanat Bremerhaven des Bistums Hildesheim. Das Dekanat Bremerhaven umfasst darüber hinaus auch Gemeinden des Landkreises Cuxhaven.

Politik

Mit der Gründung Bremerhavens im Jahre 1827 übernahm zunächst ein Amtmann aus Bremen die Verwaltungsgeschäfte. Eine eigentliche Gemeindeverwaltung gab es zunächst nicht. 1837 erhielt die Siedlung eine vorläufige Gemeindeordnung, war jedoch faktisch weiterhin von Bremen abhängig. Eine eigene Stadtverwaltung gab es weiterhin zunächst nicht. Mit Wirkung vom 18. Oktober 1851 erhielt Bremerhaven die Stadtrechte. Fortan gab es einen 8köpfigen Gemeinderat mit einem Vorsitzenden, der die Stadt de jure vertrat, aber keine Kompetenzen erhielt. Eigentliches Stadtoberhaupt war somit immer noch der bisherige Amtmann aus Bremen. Erst 1880 wurde ein hauptamtlicher Stadtdirektor eingesetzt und die Stadt damit faktisch von Bremen selbständig. Ab 1923 erhielt dieser den Titel Oberbürgermeister. Von da an war Bremerhaven quasi einer kreisfreien Stadt anderer Länder vergleichbar. Ähnlich war es auch in den benachbarten Kommunen Lehe und Geestemünde. Während in Geestemünde zunächst ein Gemeindevorsteher, ab 1889 ein Bürgermeister amtierte, gab es in Lehe bereits ab 1880 einen Bürgermeister. Beide Städte wurden 1919 bzw. 1920 kreisfrei, weshalb das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister führte. Diesen Titel führte auch das Stadtoberhaupt der aus der Vereinigung beider Städte 1924 gebildeten kreisfreien Stadt Wesermünde. Somit gab es auf dem Gebiet der heutigen Stadt Bremerhaven seit den 1920er Jahren zunächst zwei Oberbürgermeister, bis zur Vereinigung beider Städte im Jahre 1939.

Heute hat die Stadt Bremerhaven aufgrund der "Verfassung für die Stadt Bremerhaven (VerfBrhv)" als Verwaltungsorgane eine Stadtverordnetenversammlung und einen Magistrat. Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 48 Stadtverordneten, deren Mitglieder von den Bürgern der Stadt auf vier Jahre gewählt werden. Sie ist grundsätzlich für alle Angelegenheiten der Stadt zuständig. Die Stadtverordnetenversammlung wählt in der ersten Sitzung nach der Wahl den Stadtverordnetenvorsteher sowie einen ersten und einen zweiten Beisitzer. Diese bilden den Vorstand. Der Stadtverordnetenvorsteher repräsentiert die Stadtverordnetenversammlung, leitet die Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung und übt das Hausrecht aus.

Das zweite Organ, der Magistrat, ist die Verwaltungsbehörde der Stadt. Er besorgt die laufende Verwaltung der Stadt und besteht aus dem Oberbürgermeister, dem Bürgermeister als seinem Vertreter und weiteren hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitgliedern (Stadträte). Die hauptamtlichen Mitglieder, darunter auch der Oberbürgermeister, werden von der Stadtverordnetenversammlung auf sechs Jahre, die ehrenamtlichen Mitglieder für die Dauer ihrer Wahlzeit gewählt. Der Oberbürgermeister leitet die Sitzungen des Magistrats. Der derzeit amtierende Oberbürgermeister wurde 1999 gewählt. In der Stadtverordnetenversammlung regiert eine große Koalition aus SPD und CDU.

Wirtschaft

Bremerhaven ist der wichtigste Fischereihafen Deutschlands, was der Stadt den Spitznamen "Fischtown" eingebracht hat. Hinzu kommt die wichtige Bedeutung als Hafen für den Autoumschlag. Wichtigste Industriezweige: Containerterminal, Werften, Lebensmittelverarbeitung, Tourismus.

Verkehr

Durch das östliche Stadtgebiet Bremerhavens führt die Bundesautobahn A27 Bremen-Cuxhaven. Ferner führen die Bundesstraßen B 6 und B 71 durch das Stadtgebiet. Bremerhavens Hauptbahnhof liegt an der Strecke Bremen - Cuxhaven und ist Ausgangspunkt der Strecke nach Hamburg-Neugraben. Auch das Hafengebiet besitzt ein ausgedehntes Schienennetz. Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen Busse der Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG und anderen Unternehmen. Die Verkehrsgesellschaft Bremerhaven wurde 1881 als Bremerhavener Straßenbahn gegründet und wurde ab 1926 als Straßenbahn Bremerhaven-Wesermünde A.-G. bzw. ab 1939 als Straßenbahn Wesermünde A.-G. geführt. 1982 wurde die Straßenbahn stillgelegt. Seither verkehren nur noch Busse im Stadtgebiet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Stadttheater
  • Theater im Fischereihafen tif

Musik

  • Gaststätte Backyard, Inh. Andrae Lubitz
  • Gaststätte Yesterday, Tresen 2 - Andrae (DJ für Goa, Rock, Reggae, Ska, Grunge, Dark, Pop u.s.w.)

Museen

  • Deutsches Schifffahrtsmuseum
  • Historisches Museum Bremerhaven
  • Museums-U-Boot WILHELM BAUER

Bauwerke

  • Bürgermeister-Smidt-Gedächtnis-Kirche, evangelische Hauptkirche der Stadt. Sie bildet zusammen mit dem Columbus-Center das Wahrzeichen der Stadt
  • Comfort Hotel
  • Radarturm

Sonstige Sehenswürdigkeiten

  • Auswandererausstellung
  • Häfen (Rundfahrt im Hafenbus)
  • Obere Bürger (Fußgängerzone)
  • Pfannkuchenschiff
  • Schaufenster Fischereihafen mit Atlantikum (Aquarium und Fischereimuseum)
  • Wesermündung
  • Zoo am Meer (Nach Umbau seit 27.03.04 wieder geöffnet)

Ehrenbürger

Die Stadt Bremerhaven bzw. deren Vorgängergemeinden haben folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen (in der Reihenfolge der Verleihung):

Ehrenbürger von Bremerhaven

  • 1885: Otto von Bismarck, Reichskanzler
  • 1885: Karl Heinrich von Boetticher, Stellvertreter des Reichskanzlers
  • 1885: Ernst Heinrich Wilhelm von Stephan, Pionier des Post- und Telegrammverkehrs
  • 1885: Hermann Henrich Meier, Unternehmer
  • 1920: Heinrich Kuhlmann, Stadtverordneter und Stadtrat
  • 1930: Johann Hinrich Schmalfeldt, Wohltäter
  • 1960: Adolf Butenandt, Wohltäter
  • 1965: Wilhelm Kaisen, Bürgermeister von Bremen
  • 1968: Gerhard van Heukelum
  • 1983: Helmut Schmidt, Bundeskanzler

Ehrenbürger von Geestemünde

  • 1920: Georg Diedrich Seeback

Ehrenbürger von Lehe

  • 1924: Johann (Hans) Carl Harries, Mitglied des Magistrats
  • 1924: Rudolf Mädger, Mitglied des Magistrats
  • 1924: Friedrich Timmermann, Mitglied des Magistrats

Ehrenbürger von Wesermünde

  • 1931: August Lührs, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Selbstverwaltung
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